Gedanken über das Schauspielen, ca. 1940er Jahre

Gedanken über das Schauspielern, ca. 1940er Jahre, 2

Gedanken über das Schauspielen, ca. 1940er Jahre

Gedanken über das Schauspielen, ca. 1940er Jahre

Ich schäme mich nicht zwei Erlebnisse, die mir tiefen Einblick in die Höhen und Tiefen des menschlichen Daseins gewährten, zum Anlass zu nehmen, die Art des Darstellungsstils, welchen moderne Psychoanalyse einerseits, der Wunsche zum überhöhten Realismus und die Sehnsucht jedes Künstlers nach Wahrhaftigkeit andererseits, zu analysieren.

Ich habe mich sogar, während ich Augenzeuge dieser beiden „Scenen“ aus dem Leben war, dabei ertappt, die Acteure in gute und schlechte Schauspieler einzuteilen. Ich ging also soweit, Menschen, die in ungewöhnlichen Situationen belauscht wurden, nach ihrer Reaktion zu bewerten.

Nach jahrelangen Bemühungen um einen Darstellungsstil, der mich bei der Gestaltung verschiedenster Rollen des klassischen und modernen Repertoire’s am Theater, (insbesondere am Burgtheater, dem ich unter der geistigen Führung Berthold Viertels meine gesamte Entwicklung verdanke), als auch bei den Inscenierungen auf der Bühne und im Theater fielen (?); ganz besonders aber bei der Arbeit als Sch. im Filme beherrschte, war ich an einem Punkt angelangt, dem zwei Ausrufungszeichen folgten. Beides waren Ansprüche, Bekenntnisse grosser Leute. Paula Wessely war’s, die meine schauspielerische Entwicklung beeinflusst hat durch eine einzige immer wiederkehrende Frage an den Regisseur während einer Filmarbeit: “Was spiele ich dazu?“ Sie meinte damit, die Rolle: schön, die kenne ich, die lebe ich, die Handlung: gut, die weiss ich aber was ist’s was dieser Mensch, verdrängt, verheimlicht, erwartet, hofft, vermisst in der und der Situation?

Das andere Ausrufezeichen stammt von einem erfolgreichen amerikanischen Filmprofuzenten, der sein Geschäft wirklich versteht und der mich bei der Arbeit an seinem Film mit den Worten kritisierte: [ Warum spielst Du denn die Handlung mein] mein Junge, du sollst sen Text reden und Curd Jürgens sein, was Du für ein Mensch bist wie Du handelst, das hat […]

Gedanken über das Schauspielen, ca. 1940er Jahre

Gedanken über das Schauspielen, ca. 1940er Jahre

[…] Dich nicht zu kümmern, das hat der Autor – der Scriptwriter – für Dich besorgt. Das ist sein Geschäft, nicht Deins!

Zwei gewichtige Ansprüche!

Hier die Schauspielerin, die das spielen will, was nicht geschrieben steht, dort der Producer, der nicht will dass man das spielt was geschrieben steht.

Nun die beiden Erlebnisse, von denen meine Betrachtung ausgeht. Wir werden sehen,wie sie die Erkenntnisse der beiden, die mit ihren Sätzen soviel Lebenserfahrung und künstlerische Weisheit verrieten, bestätigen.

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